volkswagen scirocco
Freitag, 31. Oktober 2008Gestern bot sich seit langem mal wieder die Gelegenheit, ein aktuelles Automodell zu einer kleinen Spritztour auszuführen. Die Wahl meines geschätzten Kollegen Martin viel dabei auf den neuen Scirocco, ein Sportcoupé, das es bereits in den 80ern schon einmal gab.
Im Jahr 2008 ist aber natürlich alles neu und so kommt der neue Scirocco frisch daher, die Front gefällt, beim Heck bin ich mir da nicht so sicher. Die Formen und Linien sind mir dort ein wenig zu ausladend, etwas gerader wäre besser gewesen. Innen ist alles wo man es vermutet und erwartet aber leider zugleich auch ein wenig bieder. Das Volkswagen-Standardcockpit ist zwar funktional, aber man hätte es noch ein wenig aufwerten können. Da ist ja im A3 mehr los. Weniger gut fand ich das Lenkrad, unten zwar sportlich abgeflacht, aber generell liegt es irgendwie komisch in der Hand, vielleicht nur eine Gewöhnungssache.
Coupébedingt hat der Scirocco sehr große Türen was die B-Säule inkl. Gurt sehr weit hinter den Sitz verlagert. Ich hätte nun mit einer ähnlichen Spielerei wie dem “Gurt nach vorne führ Steg” von BMW gerechnet, aber nix da. Man renkt sich fast die Schulter aus um hinter sich an den Gurt zu kommen. Ob einem die eigene Sicherheit jedes mal so eine Zirkusnummer wert ist?
Den kleinen Rückspiegel kann ich eigentlich nicht kritisieren, da die Sicht nach hinten auf Grund der kleinen Heckscheibe und den wuchtigen Kopfstützen der hinteren zwei Plätze sowieso schon sehr eingeschränkt ist.
Das Platzangebot vorne ist ok. Hinten gibt’s noch zwei vollwertige Sitze, die einem normal gewachsenen Menschen auch ausreichend Platz bieten. Im Kofferraum wird’s dann aber langsam eng und die hohe Ladekante macht das Einpacken der ausgewählten Gepäckstücke auch nicht einfacher. Für einen Urlaub zu zweit reicht es aber allemal.
Mit den angegebenen 160PS ist der Wagen auf dem Papier gut bestückt und wenn man mal begriffen hat, dass ein Benziner einen größeren Drehzahlbereich hat als ein Diesel, dann kann man dem Scirocco und seinem guten Fahrwerk auch auf Kurvenjagt gehen. Die Kraft auf der Vorderachse stößt aber leider irgendwann an die physikalischen Grenzen. In der 200PS-Variante steht zwar ein Direktschaltgetriebe zur Verfügung, einen Allradantrieb sucht man aber vergebens.
Unterm Strich bleibt ein gutes Auto was vor allem durch sein Preis-/Leistungsverhältnis überzeugt. Dafür muss man aber auch ein paar Kompromisse eingehen.