amsterdam

Sonntag, 24. Oktober 2010

Nach Mailand im Frühjahr stand mit Amsterdam der zweite Städteurlaub 2010 auf dem Programm. Im Vergleich zu Mailand wurde das ausgewählte Ziel diesmal nicht per Flugzeug sondern per Auto erreicht. So ging es vorletzten Montag nach einem sehr lustigen Ausflug nach Leipzig auf nach Amsterdam. Es war für mich der zweite Ausflug in die Niederlande und wie schon 2007 auf dem Weg nach Monster muss ich sagen, dass ein generelles Tempolimit von 120 auf der Autobahn sehr entspannt ist.

Das Ibis wurde ohne große Probleme gefunden und die Reservierung lag auch vor, so konnte ohne Schwierigkeiten eingecheckt werden. Das Zimmer war auch ok, zwar kein Novotel alá Hamburg aber für einen Städteurlaub völlig ausreichend.

In Amsterdam selbst wollten wir uns dann per Rad fortbewegen, der Preis dafür pro Tag, 15€. Da es schon Nachmittag war, überzeugte das Preis-Leistungsverhältnis dieses Angebots nicht mehr so sehr und wir entschieden uns mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Wenn man es schon da hat wird ein Parkhaus auch nicht viel mehr kosten als die Tickets für den Bus. ROOKIE FEHLER! An der Schranke im Parkhaus stand dann sowas wir 4,50€ die Stunde und 50,00€ Tageshöchstsatz, willkommen in Amsterdam! Mit 20,00€ waren wir für den Montag aber noch gut bedient.

In der Stadt sind wir erst ein wenig planlos unterwegs gewesen, erst der Bahnhof, dann St Nicolass und anschließend ein Milchkaffee plus ein „Plan“ für die kommenden Tage. Am Montag sind wir noch ein wenig durch das Rotlichtviertel sowie Chinatown gezogen. Es war schon erstaunlich wie jung (relativ) die Leute in Amsterdam sind und, vor allem im Rotlichtviertel, wie hoch der Männeranteil ist.

Nach einem sehr leckeren Essen in „Memory of India“ sind wir zum Abschluss des ersten Tages noch ein wenig um die äußeren Grachtenringe geschlendert.

Am Dienstag wurden dann als erstes zwei heiße Bikes gemietet, dank deren Design bzw. Aufkleber uns jeder als Tourist erkennen konnte 😀 aber vielleicht gibt’s dafür ja ein wenig mehr Verständnis auf dem Radweg. Ohne Frühstück sind wir erstmal in die Stadt gecruist und haben uns dort nach etwas Essbarem umgeschaut und sind auch fündig geworden.

Nach den letzten Highlights im direkten Stadtkern sind wir weiter Richtung Westen, zum Anne Frank Haus und zur Westkerk gefahren. An dieser Stelle kann man sich Tretboote mieten und so die Grachten für sich selbst entdecken. Leider war es doch etwas frisch, aber im Sommer ist das sicher eine ganz witzige Sache, solange man auf einer schmalen Gracht nicht so einem Riesenpott entgegensteuert 😉 Wir haben jedenfalls verschoben und sind in dem einen oder anderen Laden eingekehrt. Dabei kann ich besonders Frozen Fountain empfehlen! Sehr außergewöhnliche Dinge, von denen man vielleicht auch was selber nachbauen kann.

Als verspätetes Mittag gab’s eine leckere Suppe und schon jetzt bemerkte der Körper die ungewöhnlich viele Bewegung. Wobei Jenny diese besser zu verkraften schien, zumindest ihrem Fahrradfahrstil zu folge, wie eine Wilde und Kind zugleich und immer am klingeln.

Nach einer kurzen Pause / Powernap im Hotel ging es noch mal raus ins „Nachtleben“. Ausgewähltes Ziel war die Xtra Cold Bar. Das mit den zwei Freidrinks war der Witz schlecht hin, ich frage noch was inbegriffen sei und ob Cocktails ausgenommen seien, und dann gibt’s drinnen so einen besseren ACE-Saft mit Vodka 😉 Trotzdem hat die ganze Sache was und täglich erlebt man sowas ja nicht. Nach 30 Minuten wird man dann wieder in die „Hitze“ entlassen. Im stylischen Escape gab’s noch einen Absacker bzw. Aufwärmer und anschließend die Fahrt zurück ins Hotel.

Am Mittwoch gab’s für mich dasselbe Rad wie am Vortag, Jenny hatte leider nicht so viel Glück und geriet wieder an ein „Mängelexemplar“. Nach dem obligatorischen Frühstück in der Stadt ging es weiter zum ersten Programmpunkt des Tages, dem kostenlosen Lunchkonzert im kleinen Saal des Concertgebouw. 15 Minuten vor Beginn und DIREKT vor uns wurde dann aber auf einmal der Zuhörerstrom unterbrochen, anscheinend war der kleine Saal schon voll 🙁

Nach ein paar Minuten ging es dann aber zum Glück doch noch weiter, sechs Plätze waren noch verfügbar und trotz ein paar Vordränglern kamen wir in den Genuss der „Gran Partita“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Waren 30 sehr feine Minuten und obendrauf gab es die Erklärung für die ganzen jungen Menschen in der Stadt, die ganzen Rentner treiben sich wohl nur bei solchen Events rum 😉

Im Anschluss gab es einen kleinen Ausflug durch den Vondelpark und einen Streifzug über den Markt in der Albert Cuypstraat. Auf dem Markt war aber allein der gekaufte Smoothie das Highlight, ansonsten viel Ramsch und anderes Zeugs. Ähnliche Situation im Heineken Shop, auch hier irgendwie nichts überzeugendes.

Also lieber echte Kultur und somit ab ins Van Gogh Museum. Dort gab’s echte Kunst und unter anderem die Szene des Urlaubs, zumindest für mich. Ein Besucher griff nach dem Flyer in seiner Gesäßtasche und zog nicht nur den Flyer raus, sondern auch eine Tüte mit einem tabakartigem Inhalt 😉 Ich freute mich schon auf die Szene, wer die Tüte denn entdecken würde und wie er sie sich unauffällig zu Eigen machen wollte. Leider kam mir ein Wächter dazwischen, er entdeckte das Tütchen und der Zauber war vorbei 🙁

Zu Abend gegessen wurde an diesem Tag in einem lauten, engen Thaiimbiss, lecker und reichlich war’s 🙂 Danach sollte es in die legendäre NOL-Bar gehen, allerdings sah die irgendwie geschlossen aus, ach so, macht erst um 21:00Uhr auf, blöd. Also sind wir einfach gegenüber eingekehrt und ich kam zu meinen zwei Heineken und Jenny zu ihrem Alster, was auf Holländisch sowas wie „Schneewittchen“ heißt 😉

Am Donnerstag stand nach dem Frühstück eine Führung bei Gassan Diamonds an, sollte angeblich umsonst sein. War sie auch, aber nach der Erklärung, wie man von einem Rohdiamanten zu einem Schmuckdiamanten kommt, ging’s direkt in eine Verkaufsshow. Dabei war der erste Raum zu klein und Jenny und ich hätten diesen Wirbel des Raumwechsels nutzen können, um uns die eine oder andere Ringfassung oder einen der zu kleinen Beispielring anzueignen, aber wir sind eben viel zu ehrlich 😉 Angeboten wurde Steine bis zu 25.000€! Deswegen gab’s also das EC-Karten-Lesegerät in dem Raum! Die günstigsten Ringe würde bei 160€ beginnen und auch die könne man ohne Probleme kommen lassen, gekauft hat aber keiner was. Der kostenlose Kaffee war auch der mieseste der ganzen Reise 😉

Auf dem anschließenden Flohmarkt am Waterlooplein gab’s das eine und andere zu entdecken, die SMS vom Chef aus Deutschland zählt nicht unbedingt dazu 😉

Zum aufwärmen ging’s dann zum Hortus Botanicus. Eine wirklich schöne Anlage, eine ruhige Oase mitten in der hektischen Stadt. Besonders das Gewächshaus mit den Schmetterlingen ist sehenswert!

Vor dem Abendprogramm stand noch eine kleine Pause im Hotel sowie ein Supermarktbesuch auf dem Plan. Dabei wollte ich mir eigentlich einen schönen holländischen Hobel besorgen, hab dann aber unwissentlich zum alkoholfreien Malzbier gegriffen, sehr toll 🙁 Auf dem Weg zurück in die Stadt konnte ich diesen „Fehler“ aber korrigieren 😉

Im Fifteen habe ich dann zum Glück keine Muscheln bestellt sondern Lamm 😉 Zusammen mit dem Panna Cotta sehr sehr lecker 🙂 Den Absacker gab’s nach einer Tour quer durch die ganze Stadt in der 23rd Bar. Tolles Abienten und fantastische Aussicht! Zwar sind die meisten Gäste irgendwie ältere Geschäftsreisende, dafür kommt man aber auch in den Genuss eines Tokio Iced Tea 😉

Der Freitag sah zu Beginn etwas grau aus. Da diese Zeit aber zum groben aufräumen, Sachen packen und auschecken genutzt wurde, fiel dies nicht negativ auf. Meine a-club Gutscheine wurden zum Glück ohne Probleme akzeptiert, allerdings hätte ich die auch einfach noch ein zweites Mal ausdrucken können, weil die wurden einfach pauschal erfasst ohne die eigentlich Gutscheincodes einzugeben. Am Abreisetag verzichteten wir auf unsere heißen Bikes und nahmen stattdessen den Bus in die Stadt (das mit Auto hatten wir ja an Tag #1 gelernt). Die obligatorische Grachtenfahrt hatten wir uns für den letzten Tag aufgehoben und genau während dieser fing es dann auch an zu regnen 🙁

Zum Glück nicht zu stark, so dass eine „kleine“ Shoppingtour noch drin war 😉 Für mich sprang dabei Schokolade für knapp 9€ raus! 😮 Na da such ich mir aber passende Momente zum Genuss der feinen Nougatstückchen 😉 Zum krönenden Abschluss gab’s dann am letzten Tag noch das Ticket für das „nicht in die Tiefgarage des Hotels fahren“. Wollte meinen Augen nicht ganz trauen als ich dort was von ~50 € las, aber mit vier Nächten in der Tiefgarage wäre ich ähnlich viel Geld losgewesen.

Die Rückfahrt verlief etwas zäh und der Besuch auf dem lokalen Pollhans war auch schnell vorbei, da dieser erst am Samstag beginnt und am Freitag somit gar nichts (in Worten GAR NICHTS) los ist 👿

Amsterdam ist in jedem Fall eine Reise wert, zwar etwas teuer, aber man muss ja nicht alles mitmachen bzw. sich alles andrehen lassen. Sich per Fahrrad fortzubewegen, bekommt aber meine ganz klare Empfehlung 🙂

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Ein Kommentar zu “amsterdam”

  1. pansen sagt:
    1

    Im Gegensatz zum Novotel zahlt das Ibis auch nicht die Firma, sprich der Kunde. Da darf es schon mal etwas preisbewußter sein.
    20 Euro für’s Parkhaus finde ich im umwelttechnischen Sinne aber sehr gut, liebe Rookies.
    Im übrigen heißt Batmans Anwesen Bat Cave, welches eigentlich Teil von Wayne Manor ist. (nur ein Hinweis vom Comic Book Guy).
    Die Entäuschung über den nicht getätigten Kauf eines 25.000-Euro-Schmuckstück steht mir ins Gesicht geschrieben, nur kannst du das ja glücklicher Weise nicht sehen. Ich lese aber, dass ihr Spaß hattet und freu mich für euch. Vielen Dank für die Karte von ihr und mir.

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